Hof - Wir über uns



Die Wilde Gärtnerei wurde im Jahr 2008 als kleiner Gemüsebaumischbetrieb im Einzelunternehmertum mit Bestrebungen zur Selbstversorgung in Rüdnitz gegründet. Seit 2010 wird der Hof an der Bernauer Straße, am Ortseingang von Rüdnitz, 35 kilometer von Berlin entfernt, aufgebaut. Die ersten Gemeinschaftsprozesse gingen wir in den Jahren 2013-2015 durch. Die uns immer mehr besuchenden wissbegierigen Menschen haben dazu beigetragen, dass aus der ursprünglichen Produktionsstätte auch eine umfangreiche Lernstätte geworden ist. Jährlich kommen 150-200 Menschen zum Hof, um Erfahrungen im Gemüsebau und in der Selbstversorgung zu sammeln. Seit Anfang 2017 verstehen wir uns als Hofgemeinschaft im Aufbau, bestehend z.Z. aus 4 Erwachsenen (und 3 Kindern) im Kernteam, begleitet von allen Teilzeit-Mitgestaltern.

Ein Umzug des Hofes in einen größeren gemeinschaftlichen Zusammenhang ist innerhalb der nächsten Jahren vorgesehen, Mehr dazu: Zukunftsperspektive.

Unsere Lebensmittelproduktion hat seinen Anfang in der zum Teil eigenen Gewinnung von Saatgut und einer eigenen Jungpflanzenaufzucht in unbeheizten Gewächshäusern. Dies passiert stets mit samenfesten, nachbaufähigen Sorten. Ausgehend von Wildobst- und Wildkräutersammlungen und Gemüsebau streben wir an, eine ganzjährige Vollversorgung mit Lebensmitteln zu erreichen. Die Anbaufläche hat sich von den anfänglichen 3500 Quadratmetern auf die jetzigen 6 Hektar erhöht. Momentan bauen wir zwischen 100 und 150 verschiedene Gemüsesorten an, ernten weiterhin Obst und Kräuter aus Wildsammlung und probieren uns in weiteren landwirtschaftlichen Kulturen aus (z.B. Roggen, Ölsaaten, Mais, Hülsenfrüchte). Unsere derzeitige Hauptfruchtfolge ist: Kartoffeln, Kohl, Leguminosen, Mais, Wurzelgemüse, Wintergetreide - dazwischen immer eine abfrierende bzw. überwinternde Gründüngung.

Neben der Versorgung mit Lebensmitteln ist ein wichtiges Ziel für uns die Erhaltung, beziehungsweise Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit. Dies wollen wir unter anderem durch die Fruchtfolge, eine angestrebte ständige Bodenbedeckung, das Rückführen der Lebensmittelrohstoffe aus der Stadt und deren Kompostierung erreichen. Seit einigen Jahren produzieren wir bereits kleine Mengen an Komposterde für den Garten und die Jungpflanzenanzucht. Wir streben an, den Nährstoffkreislauf zu schließen und ein nachhaltiges Kompostierungssystem zu entwickeln. Dieses hat zum Ziel langfristig unsere sandigen Acker mit Nährstoffen zu versorgen und der weit verbreiteten Verarmung der Böden entgegenzuwirken. Mit Hilfe von Biokohle wollen wir dauerhaft humusreiche Erde („Terra Preta“) herstellen. Dieses Projekt befindet sich in der Ausprobierphase. So sind wir momentan noch auch auf den Tiermist (stammend aus benachbarten Betrieben und aus der eigenen Hühnerhaltung) zum Düngen der Acker angewiesen.

Der Hof nutzt weitestgehend erneuerbare Energien: Zum Kochen und Heizen wird Brennholz aus dem eigenen Wald geholt. Der Rest des Energiebedarfes wird mit Strom aus den genossenschaftlich organisierten Elektrizitätswerken Schönau gedeckt. Die Wassergewinnung erfolgt über einen eigenen Brunnen. Beim Bauen wird besonders auf ökologisch nachhaltige Materialien (wie Holz, Stroh, Lehm), auf die Langlebigkeit der Bauten und eine sinnvoll überlegte Bauweise Wert gelegt.

Am Anfang wurden die Erzeugnisse auf bis zu drei Wochenmärkten in Berlin verkauft. Momentan werden eine kleine Solawi, ein Wochenmarktstand (Markthalle Neun), sowie einige Gastronomiebetriebe in Berlin beliefert, sowie
der Hof selbst fast vollständig mit Obst, Gemüse und Getreide versorgt. Auf dem Markt können unsere Kunden zwischen vier verschiedene Preiskategorien wählen, je nach eigener Einschätzung. Auf lange Sicht gesehen, wollen wir uns immer mehr auf gemeinwohlökonomische Ansätze basieren - diese vertiefen und ausbauen. Auf staatliche Subventionierung verzichten wir genauso wie auf die EU-Bio-Zertifizierung.

Es leben auf dem Hof aktuell eine kleine Hühnerherde, sowie einige Bienenvölker. Die Honigbiene sehen wir als Bestäuberin in einer unentbehrlichen Rolle für den Erhalt der Artenvielfalt. Idealerweise wird nur der überschüssige Honig geerntet - die Zufütterung mit Zuckerwasser im Winter wollen wir aufs Minimum reduzieren.